Über diesen Leitfaden

Mit ARS - Antibiotika-Resistenz-Surveillance - wurde 2008 die Infrastruktur für eine flächendeckende Erreger- und -Resistenz-Surveillance geschaffen, die sowohl die stationäre Krankenversorgung als auch den Sektor der ambulanten Versorgung abdeckt. ARS ist konzipiert als laborgestütztes Surveillancesystem zur kontinuierlichen Erhebung von Routinedaten zu Erregernachweisen und zu deren Empfindlichkeit gegenüber Antiifektiva für das gesamte Spektrum klinisch relevanter Erreger. Teilnehmer der Surveillance sind Laboratorien, die Proben aus medizinischen Versorgungseinrichtungen und Arztpraxen mikrobiologisch untersuchen bzw. Krankenhäuser, die über mikrobiologische Daten verfügen.

Die Hauptziele von ARS auf nationaler wie internationaler Ebene sind:

  • Aufbau einer flächendeckenden und repräsentativen Surveillance für Antibiotika-Resistenzen
  • Bereitstellung von Referenzdaten für die Fachöffentlichkeit
  • Bereitstellung von Reporten mit Erreger- und Resistenzstatistiken für Teilnehmer
  • Bereitstellung von repräsentativen Daten für das European Antimicrobial Resistance Surveillance Network (EARS-NET) am ECDC sowie für das Global Antimicrobial Resistance and Use Surveillance System (GLASS) der WHO

Die Deutschen Antibiotika-Resistenz-Strategie (DART 2030) sieht die Anbindung von ARS an DEMIS - dem Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystem - vor, die rechtliche Grundlage ist gemäß §14 Abs. 2 IfSG gegeben.

Mit der Anbindung an DEMIS wird auch die Teilnahme an erregerspezifischen Sentinels über die hier vorgestellte Schnittstelle möglich. Aktuell sind das Chlamydien- und Masern-Sentinel in dieser FHIR-Schnittstelle berücksichtigt. Neben der Abbildung der mikrobiologischen Diagnostik zu Chlamydien und Masern werden Sentinel-spezifische Variablen bzw. Ausprägungen in Form von Erreger-spezifischen value-sets definiert.

Mit der Anbindung der an DEMIS wird die Bereitstellung eine Schnittstellendefinition entsprechend dem FHIR-Standard und unter Verwendung national und international verwendeter Terminologien für die Abbildung mikrobiologischer Daten notwendig.

Dieser Implementierungsleitfaden stellt das Datenmodell, die verwendeten FHIR-Ressourcen sowie die Kodiersysteme zur Abbildung mikrobiologischer Diagnostik für eine Datenübermittlung an ARS unter Berücksichtigung des Chlamydien- und Masern-Sentinels über DEMIS vor. Neben den für ARS profilierten Ressourcen, enthält dieser Leitfaden grundsätzliche Überlegungen zum Umgang mit Kodiersystemen sowie Beispiele.

Bei der Profilierung der Ressourcen wurde dem Grundsatz der Interoperabilität mit nationalen (z.B. Labormeldung, mioLaborbefund) und internationalen (z.B. EU-Laboratory Report) Spezifikationen gefolgt.

Die value-sets enthalten für diese Kommentierungsphase den Verweis auf die Quelle, aus denen Codes ausgewählt wurden. Dies soll die Überlegungen und eine Diskussion zum grundsätzlichen Umgang mit der Semantik verdeutlichen. Eine vollständige Ausarbeitung der value-sets erfolgt nach Berücksichtigung der Ergebnisse der Kommentierungsphase sowie nach Beendigung eines Abstimmungsprozesses mit weiteren Anwendungsfällen mit Abbildung mikrobiologscher Daten. Grundsätzlich soll auf die Reference-Sets des BfArM zurückgegriffen werden, wo dies möglich ist.


Zielgruppe

Dieser Leitfaden richtet sich an

  • Softwarehersteller von Labor- und Krankenhausanwendungen, die eine tiefe Integration der ARS-FHIR-Schnittstelle in ihren Systemen umsetzen.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Laboren und Krankenhäusern, die die Abbildung der vorhandenen Informationen zur Erregeridentifizierung und Resistenztestung auf die FHIR-Ressourcen unter Nutzung der bereitgestellten value-sets aus verschiedenen Kodiersystemen umsetzen.

Aufbau dieses Implementierungsleitfadens

Dieser Leitfaden enthält

  • Strukturelle Vorgaben in Form von FHIR-Profilen für alle für ARS relevanten FHIR-Ressourcen (Siehe Abschnitt StructureDefinitions und Extensions)
  • Semantische Vorgaben in Form von Regeln zum Umgang mit den Kodiersystemen, ValueSets, (Siehe Abschnitt Terminologien und Abschnitt Semantik)
  • Vorgaben zum Life-cycle-Management
  • Vorgaben zur Bildung von Patientenpseudonymen
  • Vorgaben zur Nutzung von Identifiern für Organisationen