Beispiel 6 - Screening auf MRSA


Screening-Untersuchungen unterscheiden sich insbesondere in ihrer Fragestellung von Erregernachweisen im Rahmen einer unspezifischen Erregersuche bei erkrankten Personen. Es wird z.B. gezielt eine molekulare Diagnostik für den Nachweis von MRSA durch Nachweis von Resistenzgenen oder Protein durchgeführt, wobei sich die angewandten Methoden nicht grundlegend von denen zur unspezifischen Erregersuche unterscheiden müssen.

Entsprechend wird für ein Screening auf MRSA entsprechend der Fragestellung der eingesetzten Test-Kits ein LOINC-Code gewählt, der gezielt nach dem Vorhandensein eines mecA- oder mecC-Gens oder des PBP2a Protein fragt.

  • Im ersten Beispiel wird eine PCR durchgeführt, die in einem Schritt auf das Vorhandensein von Staphylococcucs aureus-DNA sowie den Resistenzgenen mecA und mecC testet. Es muss in der Abbildung dieser Diagnostik möglich sein das Ergebnis für den Nachweis von Staphylococcucs aureus-DNA als auch für den Nachweis des mecA- bzw. mecC-Gens unabhängig voneinander darzustellen. Mit dem im Rahmen dieser Kommentierung vorgestellten Profil für die "Observation" für ARS wird es notwendig das Ergebnis des Tests in zwei "Observations" abzubilden, eine "Observation" zur Beschreibung des Erregernachweises und eine "Observation" für die Beschreibung des Resistenzgennachweisen.

    • Zu der Frage, ob Staphylococcucs aureus-DNA nachweisbar ist, wird ein LOINC-Code mit der "property" [PrThr] verwendet, der mit "detected" oder "not detected" beantwortet wird. Diese Observation verweist auf das "Specimen".
    • Gleichzeitig wird in einer zweiten "Observation" die Frage nach dem Nachweis eine MRSA-Resistenz-Gens gestellt. Hierbei wird ein LOINC-Code mit der "property" [Prid] verwendet, der nach dem Vorhandensein und dem Typ des Resistenzgens fragt. Die Antwort als "valueCode" kann "not detected" lauten oder einen SNOMED-Code für das "mecA"- bzw. "mecC"-Gen enthalten.
  • Im zweiten Beispiel wird Nachweis von "PBP2a"-Protein mittels Latexagglutination als ein weiteres Verfahren mit Anwendung im MRSA-Screening dargestellt. In diesem Verfahren wird "PBP2a"-Protein nachgewiesen oder nicht, entsprechend wurde ein LOINC-Code mit der "property" [PrThr] gewählt auf den die Antwort "positive" oder "negative" lauten kann.

Das Ausgangsmaterial ist in beiden Beispielen ein Leistenabstrich. Als Material in der Ressource "Specimen" unter Specimen.type soll das Material beschrieben werden, das im Labor ankommt. Es kann sowohl das Material als Leistenabstrich mit dem Code "445444005 Swab of inguinal region (specimen)" verwendet werden wie in dem ersten Teil dieses Beispiels gezeigt oder das Material als Abstrich mit dem Code "257261003 | Swab (specimen)" unter Specimen.type und ergänzend die Leiste als Abnahmeort mit dem Code "26893007 | Inguinal region structure (body structure)" unter "Specimen.collection.bodySite" angegeben werden wie in dem zweiten Teil dieses Beispiels gezeigt. Beide Abbildungsformen sind für ARS gleichwertig möglich.

Sowohl die in dem Beispiel verwendeten LOINC-Codes für den Erregernachweis sowie den Nachweis von PBP2a müssen beantragt werden, ebenso wie die SNOMED-Codes für die Resistenzgene mecA und mecC.



 

ARSSemantikBeispiel6