Life-cycle-management
Hinsichtlich des Life-cycle-Management werden in der Routine Daten wie folgt übermittelt:
- Labore können ihre Daten täglich an ARS übermitteln, es wird hierbei nur die Differenz zum Vortag übertragen.
- Es werden nur Daten mit abgeschlossenen Befunden an ARS übermittelt (Abbildung über den Status „final“ in der Ressource DiagnosticReport).
- Darüber hinaus werden Daten übermittelt, die nach dem Status „final“ noch Korrekturen, Änderungen, Löschen erfahren haben. Diese Änderungen werden über den Status „amended“ bzw. „entered in error“ in der Ressource DiagnosticReport angezeigt.
Zusätzlich können Labore ein komplettes Abbild ihrer Daten über einen wählbaren Zeitbereich (erstmalig oder erneut) an ARS übermitteln. Diese Möglichkeit wird genutzt bei einer Umkonfiguration der Schnittstelle bei Datensender, insbesondere im Kontext des Qualitätsmanagements der Daten.
Pro Datenübermittlung, d.h. pro Datei/Bundle-Ressource, sollen stets nur die Daten einer einzigen Probe, bzw. einer einzigen zusammengehörigen Gruppe von Proben (z.B. aerobe Blutkulturflasche und anaerobe Blutkulturflasche) übertragen werden. Dies umfasst neben den allgemeinen Probeninformationen auch alle weiteren mikrobiologischen Ergebnisse und alle Informationen zur Herkunft der Probe. Für ARS müssen mit einer Probe IMMER ALLE verfügbaren Laboruntersuchungen (Observations) übertragen werden. Dies gilt insbesondere auch bei einer wiederholten Übermittlung: die erneute Übertragung einer Probe mit einer Teilmenge von Laboruntersuchungen (Observations) im Vergleich zu einer zurückliegenden Übertragung führt zur Löschung der nicht mehr enthaltenen Laboruntersuchungen (Observations).
Abbildung des Life-cycles von Informationen und Datenfluss für verschiedene Anwendungsfälle
Szenario 1: Einsender der Probe Krankenhaus/Arztpraxis, Teilnehmer bei ARS ist das Labor
Szenario 1 beschreibt den voraussichtlich häufigsten Fall der Datenübermittlung. Ein Einsender (Krankenhaus, Arztpraxis, anderer Einsender) sendet eine Probe inklusive Anforderung an ein Labor. Die mikrobiologische Diagnostik erfolgt vollständig in diesem Labor, das die Ergebnisse der mikrobiologischen Diagnostik sowohl an den Einsender der Probe sendet, als auch entsprechend den Vorgaben der FHIR-Schnittstelle an DEMIS und damit an ARS.
Szenario 2: Einsender der Probe Krankenhaus, Teilnehmer bei ARS ist das Krankenhaus
Szenario 2 beschreibt den Fall, das ein Krankenhaus als Einsender der Probe das Ergebnis der mikrobiologischen Diagnostik aus einem Labor erhält und die Datenübermittlung an DEMIS und damit ARS aus dem LIS des Krankenhauses heraus erfolgt. Die Übermittlung mikrobiologischer Daten aus dem Krankenhaus wurde als eine weitere Übermittlungsmöglichkeit mikrobiologischer Daten bereits etabliert und wird für die Datenübermittlung über DEMIS als Möglichkeit der Datenübermittlung beibehalten.
Szenario 3: Einsender der Probe Krankenhaus/Arztpraxis an primär diagnostizierendes Labor, Weiterleitung der Probe an sekundär diagnostizierendes Labor, beide Labore sind Teilnehmer an ARS
Szenario 3 beschreibt den Umgang mit Befunden, die durch zwei an ARS teilnehmende Labore übermittelt werden. Gibt ein Labor als Einsender der Probe ein anderes Labor (Fremdlabor) an, muss der Klarname des Fremdlabors übermittelt werden. Bei Auswahl der Art des Datensenders kann die Auswahl "Labor" getroffen werden. Anhand dieser Informationen wird eine Deduplifizierung von Ergebnissen mikrobiologischer Diagnostik möglich bzw. können auch Einzelbefunde ergänzt werden. Dieses Verfahren zur Deduplifizierung greift nur, wenn Datensender Labore sind. Ist ein Datensender ein Krankenhaus kann eine Deduplifizierung nicht allein über die übermittelten Daten durchgeführt werden.
In ARS werden nur pseudonymisierte Falldaten verarbeitet. Das Patienten-Pseudonym ist Teil der Datenübermittlung. Zum Pseudonymisierungsverfahren s. Kapitel Pseudonymisierung.