Beispiel 3 - Invasive Meningokokken-Erkrankung mit Nachweis von Neisseria meningitidis, Serogruppe B, in Blutkultur und Liquor


In diesem Beispiel abgebildete Verfahren sind
  • Bakterielle Kultur
  • Mikroskopie
  • Multiplex-PCR
  • Serotypisierung
  • Ag-Nachweis mittels Latexagglutination

Dieses Beispiel zeigt, dass die Abbildung der gleichen diagnostischen Schritte zum Erregernachweis sich in der Anwendung der Codes in "Observation.code", "Observation.value" und "Observation.method" nicht in Abhängigkeit vom untersuchten Material unterscheiden. Entsprechend der aufgestellten Regeln für den Umgang mit der Semantik sollen insbesondere die in "Observation.code" verwendeten LOINC-Codes unspezifisch für das Material (Achse: system) sein. Gleiche diagnostische Schritte werden in Bezug auf die Fragestellung in "Observation.code" und der angewendeten Methode in "Observation.method" unabhängig vom Material gleich abgebildet. Die Beschreibung des Materials erfolgt über die FHIR-Ressource "Specimen".

  • In diesem Beispiel werden die Ausgangsmaterialien Blutkultur und Liquorprobe in der FHIR-Ressource "Specimen" als "Specimen.type" abgebildet und alle "Observations", die die diagnostischen Schritte und ihre Ergebnisse abbilden, verweisen auf die eine FHIR-Ressource "Specimen".

Diagnostik aus der Blutkultur

  • Auf die Darstellung des Ergebnisses der anaeroben Blutkultur wurde in diesem Beispiel verzichtet.
  • In der aeroben Blutkultur kommt es zu Wachstum. In der nach kultureller Anreicherung durchgeführten Mikroskopie können gram-negative Diplokokken nachgewiesen werden.
  • In der direkt aus der aeroben Blutkulturflasche durchgeführten Multiplex-PCR kann Neisseria meningitidis nachgewiesen werden.
  • In diesem Beispiel wird deutlich, das neben der Referenzierung jeder einzelnen "Observation" auf das "Specimen" auch eine Referenzierung von "Observations" untereinander notwendig ist.
    • Die Mikroskopie wird nach kultureller Anreicherung durchgeführt. Die "Observation" mit Beschreibung der Mikroskopie referenziert über "triggeredBy" auf die "Observation", die das Ergebnis der kulturellen Anreicherung beschreibt.
    • Die Multiplex-PCR wird in diesem Beispiel direkt aus dem Ausgangmaterial durchgeführt und referenziert alleine auf das "Specimen".
    • Die Serotypisierung wird erst nach dem Erregernachweis mittels Multiplex-PCR durchgeführt und referenziert entsprechend zusätzlich auf die "Observation", die die molekulare Diagnostik beschreibt.
  • Die Serotypisierung wird in diesem Beispiel aus dem Blutkulturmaterial durchgeführt. Für die Serotypisierung wird ein LOINC-Code verwendet, der entsprechend der Frage des Tests bzw. des verwendeten Test-Kits, nach dem nachgewiesenen Neisseria meningitidis-Serotypen fragt. Der LOINC-Code "70172-2 Neisseria meningitidis serogroup [Identifier] in Specimen" erlaubt die Antwort, dass eine Neisseria meningitidis-Serogruppe nicht nachgewiesen wurde bzw. zu beschreiben, welche Serogruppe nachgewiesen wurde. Die Antwort kann mit SNOMED-Codes abgebildet werden, z.B. "103480009 | Neisseria meningitidis serogroup B (organism)".

Diagnostik aus dem Liquor

  • Aus dem Liquor wir eine Mikroskopie, eine Multiplex-PCR und eine Antigen-Bestimmung durchgeführt. Alle drei diagnostischen Schritte verweisen hier alleine auf das "Specimen", eine weitere Abhängigkeit der "Observations" untereinander besteht hier nicht.
  • Die "Observation" zur Beschreibung der Mikroskopie und der Multiplex-PCR, zwei diagnostische Schritte, die in diesem Beispiel sowohl aus der Blutkultur wie der Liquorprobe durchgeführt werden, haben bei gleicher Fragestellung den gleichen LOINC-Code "41852-5 Microorganism or agent identified in specimen" in "Observation.code" und die gleichen SNOMED-Codes "708061008 Gram stain technique (qualifier value)" bzw. "1303998006 Multiplex polymerase chain raction technique (qualifier value)" in "Observation.method". Der Unterschied liegt alleine in dem Verweis auf das "Specimen" zur Beschreibung des unterschiedlichen Ausgangmaterials.
  • Auch im Liquor kann in diesem Beispiel Neisseria meningitidis nachgewiesen werden.
  • Ergänzend, wenn auch in der Routinediagnostik sicher nicht im Anschluss an eine Multiplex-PCR durchgeführt, wird ein Neisseria meningitidis-Antigen-Nachweis mittels Latexagglutination beschrieben. An diesem Beispiel wird gezeigt, das entsprechend der Regeln für den Umgang mit der Semantik auch hier der Fragestellung des Tests bzw. des Testansatzes entsprechend, ein für den Analyten (Achse: component) spezifischer LOINC-Code ausgewählt wurde. Hier wird die Frage nach dem Vorhandensein von Neisseria meningitidis-Ag mit dem LOINC-Code "31912-9 Neisseria meningitidis Ag [Presence] in Specimen" gestellt. Die Antwort kann "positive" oder "negativ" sein. Entsprechende SNOMED-Codes werden in diesem Beispiel verwendet.



 

ARSSemantikBeispiel3