Grundlagen und Überblick
Über EMIGA
Die Software EMIGA (Elektronisches Melde- und Informationssystem für Gesundheitsämter) wird gemäß § 14 Infektionsschutzgesetz (IfSG) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) am Robert Koch-Institut (RKI) entwickelt. Ziel ist es, den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) durch moderne digitale Lösungen nachhaltig bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben im Infektionsschutz, insbesondere im Melde- und Fallmanagement, sowie bei der Vorbereitung auf endemische und pandemische Ausnahmesituationen, zu unterstützen.
Projektziele
Das EMIGA-Projekt verfolgt im Rahmen seiner Entwicklung insbesondere folgende Projektziele:
Effektiverer Infektionsschutz: Als moderne, webbasierte Softwarelösung für den ÖGD ermöglicht EMIGA nutzungsfreundliche und effiziente Arbeitsabläufe im Infektionsschutz. Automatisierte Prozesse tragen dazu bei, den administrativen Aufwand zu reduzieren und die tägliche Arbeit der ÖGD-Stellen zu erleichtern.
Optimierte Zusammenarbeit: EMIGA unterstützt die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb des ÖGD sowie mit weiteren beteiligten Einrichtungen. Sichere Datenübertragung und standardisierte Daten-Schnittstellen ermöglichen einen strukturierten und medienbrucharmen Informationsaustausch unter den beteiligten Stellen.
Einheitliche Datenerfassung: EMIGA unterstützt eine bundesweit einheitliche Datenerfassung durch standardisierte Datenmodelle, eine zentrale Datenhaltung und die enge Anbindung an DEMIS (Deutsches Elektronisches Melde- und Informationssystem für den Infektionsschutz).
Interoperabilität: EMIGA setzt auf internationale Standards wie FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) und etablierte medizinische Terminologien wie SNOMED CT. Standardisierte und öffentlich spezifizierte Schnittstellen ermöglichen einen interoperablen Datenaustausch und die Anbindung externer Fachanwendungen.
Zentraler Datenzugriff:
EMIGA stellt epidemiologische Daten zentral bereit. Ein Rollen- und Rechtekonzept gewährleistet, dass Daten nur entsprechend der jeweiligen Zugriffsberechtigungen eingesehen und bearbeitet werden können.
EMIGA soll allen Ebenen des ÖGD einen Mehrwert bieten. Um die Anforderungen der unterschiedlichen ÖGD-Ebenen angemessen zu berücksichtigen, werden Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsämter, der Landesbehörden und des RKI über alle Entwicklungsphasen hinweg, von der Anforderungserhebung bis zur Erprobung, einbezogen.
Einrichtungsverzeichnis als zentraler Bestandteil von EMIGA
Ein wesentlicher Bestandteil von EMIGA ist das Einrichtungsverzeichnis. Es stellt Informationen zu relevanten Einrichtungen und Behörden für die Arbeit des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) im Infektionsschutz zentral zur Verfügung. So können beispielsweise Kontaktinformationen schnell und unkompliziert gefunden und genutzt werden. Das Einrichtungsverzeichnis schafft damit eine zentrale und übersichtliche Informationsgrundlage für den Infektionsschutz. Ziel ist es, die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb des ÖGD zu verbessern.